Patientenverfügung, haben Sie eine?

Patientenverfügung ein Muss in der heutigen Zeit!
Am 1. Januar wurde ich morgens zeitig wach. Ich will aufstehen und stelle fest, dass mein linkes Knie angeschwollen ist. Da Feiertag war, konnte ich erst am nächsten Tag zum Arzt gehen. Ich ging zum Hausarzt. Mein Hausarzt schickte mich weiter zum Orthopäden. Nach mehreren Untersuchungen stand fest, dass der Meniskus gerissen war. So war es klar, dass operiert werden musste.
Ein Operationstermin wurde festgesetzt und die Termine mit der Anästhesie und dem Operateur. Bei dem Termin mit dem Anästhesisten wurde ich überrascht. Sagte er mir doch, dass die OP in Vollnarkose gemacht würde. Damit hatte ich nicht gerechnet, wollte ich doch sehen, wie mein Knie bei der vierten OP und vor allem danach innen aussah.
Ich wurde Anfang Februar operiert. Da es eine ambulante Operation war, war ich abends wieder zu Hause. Anderntags ging es mir nicht schlecht und ich konnte ein wenig arbeiten. Genauso am darauf folgenden Tag. Mir ging es nicht schlecht. Nur, nachdem ich mir morgens die Antitrombosespritze gegeben hatte, fiel ich um.
Es wurde ein Krankenwagen gerufen und als ich wieder zu mir kam fragte der Krankenpfleger als erstes: „Wie ist ihr Name?“ und seine nächste Frage war: „Haben Sie eine Patientenverfügung?“ Ich verneinte.
Ich wurde dann in ein Krankenhaus gefahren. Im Krankenhaus angekommen, kam die Diensthabende Ärztin auf mich zu und fragte mich: „Haben Sie eine Patientenverfügung?“ Ich verneinte abermals. Nach den ersten Untersuchungen kam ich dann auf die Station. Nach einer Zeit auf der Station kam eine Krankenschwester. Sie hatte meine Akte in der Hand. Sie fragt nach mir. Ich gab mich zu erkennen und schon kam die nächste Frage: „Haben Sie eine Patientenverfügung?“
Warum erzähle ich Ihnen das?
Im Nachhinein kam es mir komisch vor, dass der Anästhesist, der mich in Narkose versetzte, nicht nach einer Patientenverfügung fragte. Hier hätte es ja sein können, dass ich aus der Narkose nicht mehr aufgewacht wäre. Aber in den Fällen danach, war ich ja wieder bei vollem Bewusstsein als man mich ansprach und ich konnte mich über meine Wünsche äußern. Man konnte auch erkennen, dass ich ansonsten richtig fit bin und ich nicht gleich wieder absacken würde.
Worüber ich mich sehr gefreut habe, ist, dass beim Rettungsdienst und in den Krankenhäusern unbedingt auf eine Patientenverfügung wert gelegt wird. Aber leider scheint die Sensibilität der ambulant operierenden Ärzte noch nicht in diese Richtung zu gehen. Schade!
Oder war es eine Eintagsfliege in beide Richtungen? Welche Erfahrungen haben Sie?
Allgemeine Patientenverfügungen stellt Ihnen ihr Amtsgericht wie auch die Caritas und andere Wohlfahrtsverbände zur Verfügung. Die Beratung ist meist kostenlos!
Selbstverständlich berate ich Sie auch kostenlos!

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Mut zur Patientenverfügung!

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Patientenverfügung – Mittel der Selbstbestimmung

Obwohl sich seit der Gesetzeserneuerung einiges in Sachen Patientenverfügung getan hat und das Wissen durch viele Seminare und Aufklärungsveranstaltungen erweitert wurde, haben viele Menschen noch immer Angst eine Patientenverfügung zu verfassen. Antworten wie, „ich kann doch jetzt noch nicht wissen, was ich in dem Fall will“ oder „ich will doch nicht meinen Tod im Voraus planen“ sind gängig. Wenn man aber diese Antworten hinterfragt, steht zu meist die Angst dahinter klare Entscheidungen zutreffen. Natur gemäß denkt man auch, dass man zu wenig Wissen über die ganze Sache hat. Diese Argumente sind unbegründet, da es hier nicht um fachliches Wissen geht oder sich selbst schadende Entscheidungen zu treffen, sondern es geht darum, seinen Willen kundzutun im Falle, dass ich selbst ihn nicht mehr kundtun kann. Es geht um die eigene Selbstbestimmung. Es geht um mich und zwar ganz persönlich, wie es persönlicher nicht mehr sein kann, um meine Autonomie.

Fremdbestimmung – ständig im Hinter- und Untergrund

Die Fremdbestimmung in der heutigen Zeit ist so hoch, dass wir es meist gar nicht bemerken, wie man uns bestimmt. Natürlich muss es in einer Gesellschaft Regeln geben, die das Miteinander erleichtern und ein Zusammenleben gewähren. Anarchie wäre das bloße Chaos. Auch wenn ich das Rad ständig selbst und immer neu erfinden müsste, wäre ein Leben nichtmöglich. Bei einer Patientenverfügung geht es nicht um Anarchie oder ein gütliches Zusammenleben, es geht ganz allein um mich und wie mein Lebensende sein soll. Dies darf nur ich bestimmen.

Selbstbestimmung – eine zu wenig beachtete Chance

Hier liegt auch ein großes Problem. Wir sind es nicht gewohnt, uns selbst zu bestimmen, zu mindest nicht, was das Ende betrifft. Unsere Gedanken kreisen ständig um das „Wie geht es weiter“. Ein Ende ist gar nicht darin enthalten. Wir versuchen ein Perpetuum mobile zu sein, obwohl das Ende in unserem Anfang schon angelegt ist. Mit unserer Geburt wurde auch unsere Selbstbestimmung geboren und sie wuchs mit uns mit. Das erste Mal, als ich sie bewusst benutzt habe, war wahrscheinlich als ich meine Berufsausbildung wählte. Ein weiteres Mal wurde sie bewusst vollzogen, als ich mich an meinen Lebenspartner band. Dies waren auch immer Fragen des „Wie geht es weiter“. Es waren im Ursprung Fragen, wie mein Leben aussehen, sein soll. Zu meinem Leben gehört auch das Ende desselben. Sollte ich nicht auch dieses durchdenken, wie ich es in anderen Sachen, ja weitaus profaneren Dingen für mich getan habe?
Durch das Mittel der Patientenverfügung hat der Staat ein Mittel gegeben, mit dem ich meine Werte und Gedanken über mein Lebensende selbst bestimmen kann, auch in dem Falle, dass ich selbst nicht mehr in der Lage bin, mich zu äußern. Nehmen wir doch die Chance wahr.

Im Vielen doch Ich selbstsein!
Im Vielen doch Ich selbstsein!